Zuchtplanung ©

Oft werden Paroedura Picta paarweise angeboten und solange es sich um Schlüpflinge handelt, ist das Zusammenleben nicht tragisch. Allerdings sollte man beachten, dass ein frühreifer Bock möglicherweise schon ab der 8. Woche auf Brautschau geht. Die Empfänglichkeit bahnt sich beim Madagaskar Großkopfgecko in Gefangenschaft recht früh an. Aus diesem Grund ist darauf zu achten, die Geschlechter spätestens ab dem 2. Monat voneinander zu trennen, da die Geschlechtsreife bereits ab diesem Zeitpunkt eintreten kann. Wer also eine Paroedura Picta Zucht aufbauen möchte, sollte sich im Vorfeld gewissenhaft mit diesem Thema auseinandersetzen.

Eine sorgfältige Zucht bedeutet, dass man eine große Verantwortung und eine gut geplante Strategie für das Ausbrüten der Eier und die Fürsorge der Jungtiere aufweisen kann.

Außerdem macht es Sinn seine Zuchtplanung im Vorfeld gut zu überdenken! Das Weibchen muss bereits ausgewachsen, groß und kräftig sein – dies dauert einige Monate, bis hin zu einem Jahr. Ausgewachsen ist ein weiblicher Paroedura Picta, wenn 14 bis 15 cm Körperlänge erreicht wurden und das Tier mindestens 18 g wiegt.
Nach der Paarung muss das werdende Muttertier ausreichend Kraft schöpfen, um über mehrere Monate ihre Gelege zu produzieren und zu verbuddeln. Während dieser Zeit sollte das Lebendfutter öfter mit vitamin- und calciumreichen Ergänzungspräparaten bestäubt werden und einmal die Woche sollte eine frisch gehäutete Wachsmottenmade (Bienenmade) zur Nahrungsaufnahme gereicht werden. Das ständig Eier legende Weibchen erfordert eine enorme Menge an lebenswichtigen Nährstoffen, um eine mögliche Verformung der Knochen auszuschließen. Im schlimmsten Fall könnte das Weibchen sogar sterben! Immerhin können bis zu 12 Gelege, mit je 2 Eiern, abgelegt werden. Danach legt das Muttertier eventuell noch einige Wachseier in den Bodengrund. Im Anschluss muss man dem weiblichen Picta Gecko auf jeden Fall eine längere Pause gönnen.

Des Weiteren ist es sinnvoll das Männchen vom Weibchen nur zur gewünschten Paarungszeit zusammen zu setzen. So behält man zum einen immer den Überblick über die Zucht und kann zum anderen mit reinem Gewissen seine Nachzucht an interessierte „Futtergeber“ anbieten.
Damit die Tiere dennoch die Möglichkeit haben sich zu sehen oder zu riechen, baut man mittig eine Netzgitter-Trennwand ins Terrarium. (hierzu verwendet man bewegliches, aber stabiles Alu-Fliegen-Gitter, kostet ca. 2 Euro).

Bei einer gewissenhaft geplanten Zucht können generell alle 14 bis 28 Tage 2 Eier im Terrarium zu finden sein, allerdings gibt es hierbei Unterschiede:

  • „normale“ Eier
  • „Wachseier“

Befruchtete Eier gehören zu den „normalen“ Eiern. Ein solches Gelege wird einige cm tief im Bodensubstrat vergraben und die Schale erhärtet sich nach einiger Zeit. Diese Eier sind ca. 1,5 cm groß, wirken anfangs leicht rosa, wenn man sie durchleuchtet und man erkennt teilweise dunkle Umrisse sowie kleine rote Adern. Ein Zeichen, dass der Embryo lebt.
Ein „Wachsei“ wurde nicht befruchtet und erscheint beim Durchleuchten gleichmäßig gelb. Die Schale ist ziemlich dünnwandig und das Ei wesentlich kleiner, als ein „normales“ Paroedura Picta Ei. Wissenschaflich gibt es hierzu noch keine Erkenntnisse, daher setzen wir uns intensiv mit diesem Thema auseinander.

Wir haben bereits die Erfahrung gemacht, dass sich nach einer Weile doch noch Leben in diesen gelblichen Eiern entwickelt und nach einer längeren Inkubationszeit (über 100 Tage bei 24°C – 26°C) prachtvolle und gesunde Madagaskar Großkopfgeckos schlüpfen.

Paroedura Picta Grosskopfgecko aus Wachseier
Amadeus PPvD (2016/12#19)

Weitere Hinweise

Der Paroedura Picta ist nicht meldepflichtig, denn er fällt nicht unter das Artenschutzgesetz. Aus diesem Grund muss kein Zuchtbuch geführt werden. Damit man aber dennoch den Überblick über den Nachwuchs nicht verliert, sollte man die Daten der Schlüpflinge detailliert notieren.

Außerdem sollte der Züchter wissen, dass eine Verpaarung unter Blutsverwandten keine Gefahr bedeutet. Gesunde Madagaskar Großkopfgeckos aus selben Linie können über mehrere Generationen verpaart werden. Dennoch wir selektieren unsere Großkopfgeckozucht sorgfältig und versuchen multiple Blutlinien zu bewahren. Hierzu führen wir detaillierte Einzelheiten zu unseren Nachzuchten tabellarisch auf.

Das Ausbrüten von Echseneiern sollte in einem Inkubator erfolgen, um die erforderlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten zu erziehlen. Durch die Inkubation kann jedoch kein Einfluss auf das zu schlüpfende Geschlecht vorgenommen werden.


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