Charaktereigenschaften ©

Der Großkopf-Gecko aus Madagaskar (Paroedura picta) hat nicht nur ein niedliches Erscheinungsbild, sondern ist auch in seinem Verhalten ein interessanter und intelligenter Gecko.

putziger Panther Gecko

Dämmerungsaktiv

Gerne wird diese mittelgroße und nachtaktive Echse im Wohnzimmer in einem Wüsten-Terrarium gehalten, wo man sie dann nur in der Dämmerung zu Gesicht bekommt. Die Augen eines nachtaktiven Geckos zeigen eine schlitzförmige, senkrechter Pupille. Aufgrund dessen, dass man die Wüstenverhältnisse durch Licht und Wärme simuliert, besteht die Möglichkeit diesen dauerhaften Rhythmus entsprechend nach Vorn oder nach Hinten zu verlegen, um seine schuppigen Mitbewohner bewundern zu können. (z.B. nach Feierabend)

Unser persönlicher Trick-Tipp:
Der Madagaskar Großkopfgecko ist zwar dämmerungsaktiv, aber wenn man die Leuchtmittel mit einem sehr niedrigen Lumen-Wert ausstattet, umso öfter bekommt man diese Geckos auch bei Tageslicht zu Gesicht. Hauptsache, die wärmende Temperatur bleibt erhalten.


Anlernen

Wenn junge Panther Geckos ins Terrarium eingesetzt werden, gewöhnen sie sich schnell an ihre neue Umgebung. Sie erkunden alles, bis sie ein geeignetes Versteck gefunden haben. Um diese putzigen Tiere auch an sich zu gewöhnen, kann man mehrmals am Tag vor dem Terrarium stehen und seine Geckos ansprechen. Es macht auch Sinn eine feste Futterzeit zu haben und dabei zu versuchen, die hungrigen Mäuler per Pinzette zu füttern. Das Insekt an der Pinzette muss sich deutlich bewegen, um den Futterreiz beim Paroedura picta zu fördern.

Madagaskar Großkopfgeckos - Paroedura picta Geckos - Bielefeld

Schlüpflinge, die auf diese Weise heranwachsen zeigen später im Terrarium ein ruhiges und zutrauliches Verhalten. Zudem kann der Gecko gelegentlich auch tagsüber gefüttert werden, was den positiven Effekt bringt, dass dieses nachtaktive Tier auch mal am Tage aus seinem Versteck kriecht.

Fütterung am Tag - Paroedura picta - Madagaskar Großkopfgecko


Zutraulich

Am einfachsten wird der intelligente Picta Gecko „handzahm“, indem man sich einen Schlüpfling im Alter von 8 bis 12 Wochen nach Hause holt und ihn vorerst in einem länglichen Aufzuchtsbecken großzieht (Licht- und Wärme-Verhältnisse müssen natürlich passen). Auf der breiten Fläche hat man die Gelegenheit dem Winzling mit der flachen Hand geduldig näher zu kommen. Der Großkopf-Gecko kann somit selber entscheiden, wie er sich gegenüber der menschlichen Hand verhält. Normalerweise dauert es nicht lange und es wird geschnüffelt oder sogar der Finger beleckt. Bei regelmäßiger Handhabe wird der Gecko bald ohne Scheu auf die Handfläche klettern.

Gewöhnung an die Hand


Schlafen

Ein Gecko hat eine ganz eigene Art sich zu entspannen. Zunächst sucht er sich einen geeigneten Platz und legt sich ausgestreckt hin. Seine Vorder- und Hinterbeine liegen dabei völlig locker nach hinten. Die Augen bleiben wie immer geöffnet, schließlich befeuchtet der Paroedura picta seine Augen lediglich mit seiner Zunge.


Übermütige Junggeckos

Das Heranwachsen dieses knuffigen Tieres zu erleben, kann sehr spannend verlaufen. Der frische Schlüpfling aus dem Ei, springt noch sehr aufgeregt durch die Gegend und wird Woche für Woche ruhiger, so dass er sich nach einiger Zeit auch auf der Hand ruhiger verhält. Mitunter reagiert der Gecko schreckhaft oder unsicher auf der Hand. Sollte er plötzlich flüchten, sollte man sich selbst nicht hektisch bewegen. Falls der Paroedura picta lediglich seine Schwanzspitze steil nach oben stellt, so kann man diese behutsam mit dem Finger herunterstreifen und der Gecko nimmt eine entspannte Haltung ein – hierbei rollt er entweder seinen Schwanz etwas ein oder legt ihn flach auf die Hand.


Wärme genießen

Der sonnige, heiße und sandige Wüstenbereich wird am Tage nicht besucht, aber das Geckokind legt sich gern in die Nähe, genießt die Wärme und beäugt die Gegend. Bevorzugt benutzt der junge Sonnenanbeter hierfür einen höher liegenden Aussichtsplatz, ein Stück Holz oder einen warmen Schieferstein. Vorbeihüpfende Futterinsekten werden nebenbei verspeist.


Enthäuten

Im kühleren Bereich des Aufzuchtsbeckens befindet sich die Feuchtbox (Wetbox), welche ein Paroedura picta zum Häuten aufsucht oder um in einem extra kühlen und feuchten Versteck zu verweilen. Nach der Häutung kann der Schlüpfling evtl. heller, dunkler oder leuchtender ausschauen, was sich beim adulten Tier legt, da es bis dahin seine feste Farbstruktur hat. Der junge Gecko wächst noch stetig, deshalb häutet er sich fast wöchentlich.

Häutung - Paroedura picta - Madagaskar Großkopfgecko


Wasseraufnahme

In der Regel nimmt ein Panther Gecko über seine lebenden Futterinsekten Flüssigkeit auf. Nicht selten kann man tatsächlich den jungen Gecko sehen, wie er durch seinen Wassernapf krabbelt oder mit seiner Zunge einen Schluck nimmt. Manchmal bleibt er sogar für längere Zeit im Wasser stehen.

wasserfreudige Schlüpflinge


Beutejagd

Häufig lauert der Paroedura picta in einem Versteck und wenn sich dort ein Insekt verirrt, dann schnappt der Gecko rasch zu. Geht er allerdings gezielt auf Jagd, dann pirscht er sich an das erspähte Futterobjekt heran und packt es sich blitzschnell, wenn der Zeitpunkt passt. Falls der Gecko noch keinen Hunger verspürt, dann schleicht er zwar hinter dem Insekt her, aber beobachtet es mitunter solange, bis es sich verkrochen hat.


Neugierig

Mit zunehmendem Alter wird der agile Schlüpfling ruhiger, wenn er seine Umgebung gut kennt. Er erschickt auch nicht, wenn man ins Terrarium hineinfasst und ihn dabei mit dem Finger berührt. Ganz keck wuselt er sogar zwischen den Fingern herum, wenn man die Kotecke reinigt oder an den Pflanzen buddelt. Der adulte Gecko bewegt sich nahezu majestätisch und liegt vor Einbruch der Dämmerung auf seinem Lieblingsaussichtsplatz.

Madagaskar Grosskopfgecko title=


Orientieren

Beim Umsetzen des sub-adulten Geckos in eine neue größere Umgebung, nimmt er seinen neuen Lebensraum ins Visier. Hierbei registriert er die verschiedenen Gerüche, in dem er mit seiner Zunge schleckt. Falls zudem ein weiterer Panther Geckos anwesend ist, macht sich der Neuankömmling mit dessen Bereichen und Wegen vertraut. Es schaut äußerst interessant aus, wie der neue Picta hierbei teilweise hochbeinig und schaukelnd voran schreitet.


Schutz suchend

Hat sich die Echse mit der Zeit an seinen „Futtergeber“ gewöhnt, dann kann man ihn gern auf der Hand, dem Arm oder am Hals und sogar auf seinem Pulli krabbeln lassen. Jedoch muss man sein Tierchen immer im Auge behalten, denn der Gecko ist neugierig und wird wahrscheinlich versuchen sich zu entfernen. Damit dies nicht passieren kann, ist es ratsam seinem schuppigen Schützling eine kleine Höhle anzubieten, z.B. eine hohle Hand oder der Ärmel des Pullovers.

Madagaskar Grosskopfgecko title=


Rangordnung

Wenn zwei fremde Paroedura picta aufeinander treffen, dann begutachten sie sich gegenseitig. Es kann dabei ruppig zugehen, z. B. dass einer von Beiden mit allen Vieren nach dem Anderen greift oder ihn mit seinem Maul festhält, aber bei genügend Ausweichmöglichkeiten, verläuft das Kennenlernen generell harmlos. Im Regelfall legt das überlegende Tier seinen Kopf über den, des anderen Geckos und nach einiger Zeit gehen die beiden Picta Geckos friedlich ihrer Wege. Die Größe bei juvenilen Echsen spielt eine untergeordnete Rolle, eher entscheidet das Alter. Gut sozialisierte erwachsene Paroedura pictas regeln die Rangordnung insbesondere durch ihr souveränes Auftreten, somit fügen sich die anderen Großkopfgeckos letztendlich. Wir konnten bei unseren Damen hin und wieder ein Dominanzverhalten beobachten, welches friedlich verlief.

Rangordnung Paroedura picta - Madagaskar GroßkopfgeckoRangordnung Paroedura picta - Madagaskar Großkopfgecko


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2 Infos zu “Charaktereigenschaften ©

  1. Unsere Geckos 2017

    Solange die simmulierte Sonne noch keine 30°C erreicht hat, kann ich unsere Paroedura pictas im Terrarium beobachten. Sie schauen einen sogar richtig an und reagieren auch auf unsere Stimme.

    Prinzipiell liegen Madagaskar Großkopfgeckos bei Sonnenlicht gern im Schatten. In unserem Terrarium haben sie genügend lichtgeschützte Stellen und dann verweilen sie dort, um ihren Körper zu pflegen oder einfach nur um untätig zu sein. Bei ansteigender Temperatur (ab 30 – 35°C, nähe des Spots) suchen die Geckos kühle Verstecke, wie z.B. unsere Feucht-Höhle oder die Villa.

    Unsere Geckos sind an die Hand gewöhnt und lassen sich ohne Scheu herum tragen und anfassen.

  2. Liebes Tagebuch,

    wir konnten eine interessante Beobachtung machen.
    Einige unserer sub-adulten Paroedura picta Mädels legen hin und wieder ein oder zwei „Wachseier“. In diesem Fall legen sie solche Eier einfach dort ab, wo sie sich gerade befinden – so weit, so gut – und wir konnten sie bisher immer aus dem Terrarium entfernen. Eine Befruchtung hatte natürlich nicht stattgefunden, da Männchen und Weibchen nicht im selben Terrarium leben!
    Anhand unseres wöchentlichen Gesundheits-Checks wissen wir, wann mit der Ei-Ablage zu rechnen ist. Allerdings kam es sogar vor, dass wir trotzdem kein Ei gefunden hatten und bei unserer interessanten Beobachtung war klar, wieso:
    Zufällig sahen wir beim morgendlichen Terrarium-Check, wie unsere GRAZIA das Ei genüsslich verspeiste.

    GRAZIA lag auf ihrem Lieblingsplatz (in ihrer hängenden Holzröhre unter dem Terrariumdeckel) und als „Entschädigung für die kleine Störung“ haben wir immer Futterinsekten parat, welche dann gern von der Pinzette abgenommen werden. In der aktuellen Situation bewegte sich unser Weibchen ein Stück zurück und ein Ei kam zum Vorschein. Es war durch das Licht deutlich zu erkennen, dass dies ein „Wachsei“ ist und daher sollte es bei der Gelegenheit direkt aus der Holzhöhle entfernt werden, doch es wurde leicht beschädigt und die gelbe nektarartige Flüssigkeit drückte sich ein wenig heraus. GRAZIA wurde in diesem Augenblick sehr schnell, schleckte mit ihrer Zunge nach dem Geruch und ehe wir uns versahen, fraß sie das komplette Ei mit Schale und Inhalt auf.


    Hinweis

    In der Herpetologie ist es normal, dass „Wachseier“, also unbefruchtete Eier aufgefressen werden. In solch einem Ei befinden sich wertvolle Nährstoffe, die das Weibchen während der Ei Entstehung produziert. Das gefressene Ei bringt daher die zuvor abgelegte Energie, wieder zurück in das Tier.

    Madagaskar Großkopfgeckos - Paroedura picta Geckos

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