Genetik ©

Erklärungen zur genetischen Farbzusammenstellung beim Madagaskar Großkopfgecko gibt es bisher nicht. Lediglich ist bekannt, dass Schwarz (Melanin), Rot (Erythrin) und Gelb (Xanthin) zum Bestandteil der drei natürlichen Grundfarben eines wildfarbenen Großkopfgeckos gehören. Diese Farben können durch bestimmte Abweichungen optisch variieren.

Reptilien können sich in unterschiedlichen Farbvarianten zeigen und wir haben uns darüber Gedanken gemacht, wie vermutlich ein Gen-Code beim Paroedura picta aussehen könnte. Hierfür haben wir verschiedene Tierarten und deren Formeln verglichen.

In einem kleinen Experiment haben wir das Ergebniss tabellarisch dargestellt und weisen extra darauf hin, dass es sich hierbei um keine wissenschaftlich erwiesenen Gen-Formeln handelt und auch die Farbbezeichnungen sind zum Teil fiktiv.

Fakt ist jedoch folgendes:
Je nach Intensität oder Verdünnung des Farbpigments hat dies Einfluss auf die 3 Grundfarben (Schwarz, Rot, Gelb) im Schuppenkleid. Das bedeutet, dass sich Haut und Zehen entsprechend hell oder dunkel zeigen. Ebenso verändern sich die Augen, sie können gelblich schimmern, lila-schwarz, rötlich sein oder wie Bernstein aussehen.
Die Wildfarbe selbst ist jedoch gegenüber dem Gen-Merkmal dominant und überdeckt die untergeordneten Erbanlagen. In diesem Fall haben wir die Dominanz in Großbuchstaben und rezessive Merkmale in Kleinbuchstaben dargestellt. Die Sättigung der Farb-Pigment haben wir ebenfalls gekennzeichnet. (intensiv, unverdünnte Grundfarbe = CC / schwach, leicht aufgehellt = Cc / kaum, sehr blass = Cc- / keine = cc).
Ein möglicher Streifen auf dem Rücken eines Großkopfgecko ist weiß und wird als Dorsalstreifen bezeichnet – für ihn steht SS. Allerdings können wir nicht 100%ig sagen, ob er dominante Auswirkungen hat. Wir konnten bisher nur beobachten, dass unser Männchen mit Dorsalstreifen diesen an über 75% seines Nachwuchs weitergegeben hatte.

Genetische Begriffe und Abkürzungen von A – Z

Zunächst listen wir die Fachbegriffe und Abkürzungen, welche in der Genetik angewendet werden, auf und erklären sie in kurzen Worten. Sollten Sie etwas vermissen oder einen Fehler bemerken, lassen Sie es uns bitte wissen.


Allel – eines der beiden gepaarten Gene, die ein vererbbares Merkmal beeinflussen.


Amelanistisch – Schuppenkleid hat kein Melanin bzw. kein schwarzes Pigment. Der Großkopfgecko sieht eher orange aus. (rezessiv) Wird umgangssprachlich oft auch als „Albino“ bezeichnet. (Siehe auch Tyrosinase-negativ und Tyrosinase-positiv.)


Anerythristic – Entfernt alle rötlichen Färbungen und hinterlässt eher schwarze, graue und braune Farben. Gecko hat keine rote Farbe im Schuppenkleid. (rezessiv)


Axanthic – keine gelbe Farbe im Schuppenkleid des Geckos. (rezessiv)


Buf – Reduziert die rötliche Färbung und lässt es ähnlich wie Karamell aussehen, aber nicht so extrem. Es ist entweder dominant oder co-dominant.


Co-Dominant – ein Gen, das bewirkt, dass die homozygote Form anders aussieht als der Wildtyp und die heterozygote Form, um Merkmale von beiden zu haben.


Dominant – ein Gen, das bewirkt, dass ein Tier anders aussieht als der Wildtyp und wo die homozygote Form und die heterozygote Form gleich aussehen.


Double Heterozygot (dh) – heterozygot für zwei verschiedene Merkmale.


Enerythristisch – zeigt die rote Farbe im Schuppenkleid stärker als der Wildtyp.


Gen – Einheit der Vererbung, welche die Eigenschaften der Nachkommen bestimmt.


Genetik – Studium der Vererbung.


Genotyp – die genetische Zusammensetzung eines Organismus. Vererbung – die Übertragung genetischer Charaktere von den Eltern auf die Nachkommen. (Phänotyp ist das Gegenteil)


Het – eine Abkürzung für heterozygot.


Heterozygot – Spalterbigkeit (Gesetz nach Mendel). Hetero = Ungleich. Ein Gendefekt wird immer doppelpaarig vererbt, also jeweils ein Genteil vom Vater und der andere von der Mutter. Ein solcher Geckonachwuchs hat das Erbgut beider Elternteile in sich, obwohl er optisch anders aussehen kann (phänotypisch). Er kann aber das Erbgut beider Elternteile weitergeben, so dass dessen eigene Nachkommen wieder die Gene oder das Aussehen der Elterntiere besitzen.


Homozygot – Homo = Gleich. Ein Zustand, in dem beide Gene für ein bestimmtes Merkmal identisch bzw. reinerbig sind (Gesetz. nach Mendel).

Vater und Mutter haben das gleiche Gen (z.B. Amelanismus) an die Nachkommen weitergegeben. Der Gendefekt ist sichtbar (phänotypisch)!

Wenn ein dominantes Gen in seinem homozygoten Zustand ist, bewirkt es, dass das Tier sowohl von der Wildtyp- als auch von der heterozygoten (co-dominanten) Form verschieden aussieht.


Hypomelanistisch – ein Tier mit weniger schwarzer und / oder brauner Farbe als ein Wildtyp.


Hyper – Verstärktes Farb-Pigment. Übernormal bzw. über dem Normalmaß


Hypo – Verblasstes Farb-Pigment. Unternormal bzw. unter dem Normalmaß


Leucistic – ein reines weißes Tier mit dunklen Augen.


Locus – die Position eines Gens auf einem Chromosom (Plural: Loci).


Melanin – schwarze oder braune Hautpigmente.


Melanistisch – Ungewöhnlich dunkel. Verstärkt das Melanin (schwarz) im Farbmuster und dunkelt die Umrandung auf.


Mutation – ein abnormales Gen, das unter bestimmten Umständen dazu führen kann, dass ein Tier mit einem anderen Erscheinungsbild als dem Wildtyp geboren wird.


Normal – ein Tier ohne mutierte Gene – „Wildtyp“ im Aussehen. (Siehe Wildtyp).


Phänotyp – äußeres Erscheinungsbild des Geckos (Sichtbare Zuchtergebnisse). Es wird durch seinen Genotyp verursacht.


Poss. Het – eine Abkürzung für possible heterozygot.


Possible heterozygot – Möglichkeit, dass der Gecko entweder eine 50% oder 66% Möglichkeit hat, für ein mutantes Gen „heterozygot“ zu sein.

Ein 66% möglicher Het kommt von der Zucht von 2 heterozygoten Tieren zusammen: 50% der Nachkommen sind heterozygot, 25% sind homozygot und 25% werden Wildtyp sein. Von den normal erscheinenden Tieren sind 66% (oder ungefähr 2 von 3) tatsächlich für das mutierte Gen heterozygot.

Ein 50% iger möglicher Het kommt von der Züchtung eines heterozygoten Tieres zu einem Wildtyp-Tier. Alle resultierenden Nachkommen werden im Aussehen Wildtyp sein, aber 50% von ihnen werden tatsächlich heterozygot für das mutierte Gen sein und müssen ausgezüchtet werden, um zu bestimmen, welche Tiere wirklich hets sind.


Rezessiv – ein Gen, welches das Aussehen eines Tieres beeinflusst, wenn es im homozygoten Zustand vorhanden ist. Ein heterozygotes Tier, das ein mutiertes, rezessives Gen trägt, sieht normal aus. (Wildtyp)


Snow – ein extrem heller Gecko mit dunklen oder lila schimmernden Augen. Haut wirkt fast transparent.


Super – Sehr gebräuchlicher herpetokultureller Begriff für die dominante Form einer co-dominanten Mutation.


Tyrosinase – ein Enzym, das zur Synthese von Melanin benötigt wird.


Tyrosinase-negativ – ein Albino, dessen Zellen keine Tyrosinase aufweisen und ein weißes und gelb / orangefarbenes Tier mit rosafarbenen Augen erzeugen. Eine separate Albinomutation von Tyrosinase-positiv. Auch T- genannt.


Tyrosinase-positiv – ein Albino, das kein Melanin synthetisieren kann, aber in der Lage ist, Tyrosinase zu synthetisieren. Wird auch als T + bezeichnet.


Wildtyp – die Art, wie das Tier normalerweise in der Natur aussieht. (dominant)


Xanthisch – zeigt die gelbe Farbe im Schuppenkleid stärker als der Wildtyp.


Formel-Experiment ©

Gen (W-Faktor entscheidet ob mit oder ohne Gendefekt):
W = normale Wildfarbe (dominant)
w = Mutation, Gen-Defekt (rezessiv)
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Sättigung (C-Faktor entscheidet über Intensität der Pigmente in den Grundfarben):
CC = intensiv, unverdünnt - sehr dunkle oder fast schwarze Haut und Zehen, dunkle Augen
Cc = schwach - leicht aufgehellte Haut und Zehen, dunkle Augen, evtl. mit hellem Schimmer
Cc- = kaum - sehr blasse Haut und Zehen, Augen eher gelblich
cc = keine - extrem helle bzw. fast durchsichtige Haut und Zehen, Augen rötlich oder mit lila Schimmer
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M(M) = Melanin (schwarz)
E(E) = Erythrin (rot)
X(X) = Xanthin (gelb)

+ = verstärkt / - = reduziert
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D = dunkel / d = hell / dm = lila, schwarz / de = rötlich, Bernstein / dx = gelblich
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Hierbei handelt es sich um keine wissenschaftlich erwiesenen Gen-Formeln und auch die Farbbezeichnungen sind zum Teil fiktiv! Kompetente Anregungen nehmen wir gerne entgegen.
Bezeichnung
(Farbrichtung)
GenM(M)E(E)X(X)SättigungAugenHautZehen
Wildfarbe, normalWWMMEEXXCCDDDDDD
Wildfarbe, rötlichWWMm (?)EE+Xx (?)CCDDDDDD
Wildfarbe, hellWWMmEeXxCc (?)DDDDDD
Melanistic?MM+EEXXCC???
aMelanisticwwmmEEXXccdedddd
amel, HypowwMm (?)EEXXCc- (?)???
Erythristic?MMEE+XXCC???
anErythristicwwMMeeXXCc (?)???
XanthicwwMMEEXX+CC???
xanthic, Hyper
(safran)
wwMMEEXX+????
xanthic, Hypo
(buf)
?MMEeXxCc???
xanthic, HypowwMmEeXxCcdxDdDd
aXanthicwwMMEExxCc???
SnowwwmmeeXXccdmdmdm
het. XanthicWwMMEEXxCcDdDdDd
het. amelWwMmEEXXCcDdDdDd

Es folgen weitere Ergänzungen zur genetischen Farbzusammenstellung beim Madagaskar Großkopfgecko, sobald wir mehr darüber in Erfahrung bringen können.



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